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		<title>Luzi-M: Bildung</title>
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		<description>Die Luzi-M-News aus dem Bereich Ueberwachung & Repression als RSS-Feed</description>
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			<title>Luzi-M: Bildung</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 23 Jul 2008 21:00:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>„Waldorfpädagogik - eine  distanziert kritische Betrachtung“</title>
			<link>http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2008/07/02/112/</link>
			<description>„Lass dich nicht versteinern........“ - unter diesem Motto stand eine Veranstaltung der GEW...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Als Referenten waren geladen Klaus Weber, Professor an der FH München und Andreas Lichte, ein ausgebildeter Waldorflehrer, der aber bereits während seiner Ausbildung zu Zweifeln begann, an den untrennbar mit Steiner verbundenen pädagogischen Konzepten der Waldorfschulen und ihrer anthroposophischen Weltanschauung.</p>
<p class="bodytext">Weber stellte einleitend fest, dass die Schullaufbahn eines Menschen und die Frage, welche Schule er besuche, keinerlei Rückschlüsse darauf hin zuließen, was aus diesem Menschen einmal werde. Menschen könnten sich, wie er selbst, trotz oder/ und wegen (!) bestimmter Erfahrungen in der Schule in eine bestimmte Richtung entwickeln; Zwangsläufigkeiten gäbe es nicht. </p>
<p class="bodytext">Zunächst formulierte Weber eine emanzipatorische Kritik an den staatlichen Schulen und fragte nach den Gründen, warum (auch) sich fortschrittlich dünkende Eltern, ihre Kinder auf Waldorfschulen schickten. So seien die hierarchische, oft anonyme Struktur an den Schulen, sowie die Konkurrenzsituationen, der Leistungsdruck, die Noten und das mangelnde Mitspracherecht der Eltern der Grund dafür, dass sich viele Eltern nach Alternativen umsähen. </p>
<p class="bodytext">Anschließend arbeitete Weber anhand von Pro-Waldorf-Literatur die drei zentralen Elemente heraus, auf denen die Waldofpädagogik aufbaut: So sei der Mensch nach Steiner grundsätzlich in einen größeren „Schicksalszusammenhang“ eingebettet, aus dem er nicht herauskomme. Im Zusammenhang damit stehe ein anti-aufklärerischer Glaube an Karma, Vorhersehung und Schicksalsbestimmung. Zweitens gehe die Waldorfpädagogik von Steiners Temperamentenlehre aus, die Menschen – vollkommen willkürlich und von der Wissenschaft längst widerlegt – in vier Typen einteile. Drittens lege die Waldorfschule ihre Schulen problematischer Weise auf eine christliche Glaubensrichtung hin fest, auch wenn sie sich andererseits als weltanschaulich neutral bezeichne.</p>
<p class="bodytext">Weber äußerte zwar scharfe Kritik am staatlichen Schulsystem und der dortigen Praxis der Leistungsbeurteilung und dem willkürlichen Notensystem. Der Schicksalsglaube und die Temperamentenlehre an Steiner-Schulen führe aber dazu, dass nicht die Leistungen der SchülerInnen, sondern ihre Persönlichkeit beurteilt werde, was keineswegs besser sei. </p>
<p class="bodytext">Nach Webers Ausführungen berichtete Andreas Lichte von seinen Erfahrungen zur Ausbildung als Waldorflehrer. Nachdem ihm von Dozenten in der Ausbildung zunächst erzählt worden war, er müsse nicht „Anthroposoph“ (Anhänger der Lehre Steiners) werden, wurde ihm nach einigen Monaten sehr wohl klar, dass der Glaube an Steiners Lehre zentrale Voraussetzung ist, um die Ausbildung zu bestreiten und an Waldorf-Schulen unterrichten zu können. Gegen Ende der Ausbildung wurde er nicht nur über Steiners abstruses Weltbild geprüft, sondern auch gefragt, ob er daran auch glaube. Einer der Dozenten bezeichnete sich als „Missionar in Sachen Steiner.“ </p>
<p class="bodytext">Die gesamte Pädagogik sei darauf abgerichtet, entsprechend der vier Temperamententypen zu unterrichten. So gebe es Mathematikunterricht für Sanguiniker, für Choleriker, für Melancholiker, für Phlegmatiker.... Dabei sei die Einteilung der SchülerInnen in diese Kategorien völlig willkürlich. Der zu lehrende Inhalt sei durchzogen mit dem Glauben an abstruse Mythen wie den Untergang des Kontinents Atlantis und Märchen, in denen nach so etwas wie der „Volksseele“ gesucht werde.</p>
<p class="bodytext">Zentral für die Unterrichtspraxis sei auch Steiners Stufenlehre, nach der der Mensch sich in sieben-Jahres-Schritten entwickle. Diese sieben-jährigen Stufen würden als definitiv gesehen, so dass SchülerInnen beispielsweise vor ihrem vierzehnten Lebensjahr konsequent von intellektuellen Anforderungen und vielen technischen Geräten ferngehalten werden, da sie dafür „noch nicht reif genug“ seien. </p>
<p class="bodytext">Als Lichte während seiner Ausbildung in einem Seminar kritisch hinterfragte, weshalb in einem Lehrgang die Nachkommen nordamerikanische Ur-Einwohner als „absterbende Rasse“ bezeichnet wurden, deren „Absterben“ quasi logische Folge ihres Schicksals sei, legte die Ausbildungsleitung ihm Nahe, zu gehen und KollegInnen versuchen ihn zu mobben. Doch „wie in einem Horrorfilm, aus dem man nicht früher raus gehen will, weil man das Ende sehen will“ bricht er nicht ab. Als er mit der Ausbildung letztlich fertig ist, und ein Stellenangebot für eine Steiner-Einrchtung für Behinderte angeboten bekommt, lehnt er ab. Er weiß: In Steiners Weltbild und im Weltbild der Anthroposophen sind die Behinderungen Folge eines verfehlten Verhaltens im früheren Leben – Karma eben.</p>
<p class="bodytext">Erwartungsgemäß waren viele AnhängerInnen der gut vernetzten Anthroposophen während der Veranstaltung anwesend. Sie zweifelten Lichtes Ausführungen an, oder taten sie als „Einzelfall“ ab, und waren unzufrieden mit der „einseitigen und polemischen Darstellung.“ Sie wollten offensichtlich nicht wahrhaben, dass die Veranstaltung selbstredend nicht als Werbung für Steiner-Schulen ausgerichtet war. Letztlich konnten die anwesenden AnthroposophInnen auch nicht schlüssig darlegen, was zum Beispiel an Steiners „Temperamentenlehre“ erhaltenswert sei und in wie fern eine aufgeklärte, emanzipatorische Gesellschaft im 21.Jahrhundert von Steiners Lehre und den Waldorfschulen profitieren könnte. „Alternativ“ ist zwar „alternativ“ – aber aber noch lange nicht besser.</p>
<p class="bodytext"><br />Zur Ideologie Rudolf Steiners: <A HREF="http://www.fkpsych.de/psycho/anthroposophie.html" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;http://www.fkpsych.de/psycho/anthroposophie.html</a></p>
<p class="bodytext">Informationen zum Antrag des Bundesfamilienministeriums auf Indizierung zweier Bücher von Rudolf Steiner im Herbst 2007:<br /><A HREF="http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&id=414" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;id=414</a> </p>
<p class="bodytext">Bildquelle: <A HREF="http://www.waldorfcritics.org" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;http://www.waldorfcritics.org</a> </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Bildung &amp; Wissenschaft</category>
			
			<author>redaktion@luzi-m.org</author>
			<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 16:32:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Ich habe abgeschworen!&quot;</title>
			<link>http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2008/06/04/100/</link>
			<description>Vortrag von Mina Ahadi in der Seidlvilla</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&quot;Wir haben abgeschworen&quot;- in bewusster Anlehung an die Parole der feministischen Kampagne &quot;Wir haben abgetrieben&quot; gegen den §217 aus den frühen 70er Jahren, trat Anfang 2007 der neu gegründet Zentralrat der Ex-Muslime in Deutschland in die Öffentlichkeit.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Auf Einladung der Gruppe ThinkTank34 kam deren Mitgründerin und Vorsitzende Mina Ahadi am Montag dieser Woche in die Seidlvilla um sich, ihre Organisation, sowie ihre kürzlich erschienene Biographie vorzustellen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Mina Ahadi wurde 1956 im Iran geboren. Mit neun Jahren weigerte sie sich das Tschador zu tragen, wie sie erzählt:.„Ich mochte das einfach nicht. Ich konnte damit nicht normal laufen, es störte mich. Ich hatte das Gefühl, ich trage mit mir ein Gefängnis.“ Sie begann religiöse Dogmen zu hinterfragen, und unterstützte die linke Opposition gegen den Schah. 1979 musste sie ihr Medizinstudium nach der islamischen Revolution abbrechen, da sie als linke Oppositionelle verfolgt wurde. Mehrmals dachte sie: „Jetzt ist es soweit, jetzt haben sie mich...“ Zunächst hatte sie noch Hoffnung gehabt, dass die Mullahs sich nicht an der Macht halten konnten. „Die Mehrheit der Iraner will sie nicht, dachten wir.“ Doch dann wurde ihr Mann hingerichtet, und sie floh ins kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak. Zehn Jahre lebte sie dort als Partisanin, und leistete ihren KampfgefährtInnen mit notdürftigen Mitteln ärtzlichen Beistand. 1990 floh sie nach Österreich und zog 1996 nach Deutschland. Ihren Kampf für die Frauen- und Menschenrechte führte sie auch in Europa weiter und gründete 2001 das »Komitee gegen Steinigung«. Sie kritisiert den Kulturrelativismus in Deutschland: „So oft höre ich, dass Menschen sagen: Ach, das Kopftuch gehört doch im Iran zur Kultur. Aber dann frage ich: Gehören Steinigungen dann auch zur Kultur? Darauf bekomme ich dann keine Antwort.“ Pointiert bringt sie ihre Haltung auf den Punkt: „Was ist so schlimm, wenn eine Frau fremd geht? Eine Frau kann selber entscheiden, mit wem sie schläft. Was mischen sich die Mullahs da ein?.“</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Im Zentralrat der Ex-Muslime will sie kämpfen „gegen eine weitere Islamisierung der Gesellschaft.“ Entschieden kritisiert sie Schäubles sogenannte „Deutsche Islam-Konferenz für Integration“: „Die dort eingeladenen Organisationen haben den Anspruch, die Interessen von allen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland zu vertreten, die aus sogenannten &quot;islamischen&quot; Ländern kommen“, sagt.sie. „Aber nicht alle Menschen aus diesen Ländern sind gläubige Moslems, oder wollen als solche gesehen werden. Der ganze Ansatz dieser Konferenz ist falsch.“</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Deshalb habe sich den Zentralrat der Ex-Muslime gegründet. Das Medienecho sei am Beginn der Kampagne sehr gut gewesen. Zum ersten Mal hätten die Medien in Deutschland gemerkt, dass nicht alle Menschen aus sogenannten islamischen Ländern Moslems sind. Da man aus dem islamischen Glauben nicht direkt austreten kann, will der Zentralrat der Ex-Muslime ein Forum bieten und ein Zeichen setzten, für religionsfreie, säkular denkende Menschen, die entweder muslimischen Glaubens waren oder aber aus einem muslimisch geprägten Herkunftsland stammen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Mittlerweile haben sich Partnerorganisationen in mehreren Ländern Europas und sogar in Afghanistan gegründet, wie Mina Ahdi nicht ohne stolz berichtet.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Es bleibt, ihr viel Erfolg bei ihrer Arbeit zu wünschen, - und dass sie sich auch weiterhin nicht einschüchtern lässt von Bedrohungen, wegen denen sie und ihre Kinder mittlerweile unter Personenschutz leben müssen.</p>]]></content:encoded>
			<category>Stadtgespräch</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 04 Jun 2008 20:17:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Verfahren gegen &quot;Papst&quot; eingestellt</title>
			<link>http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2007/11/30/29/</link>
			<description>Kunstaktion zum Konkordat zwischen Kirche und NSdAP sollte verhindert werden </description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Aktionskünstler Wolfram Kastner stand am Mittwoch, den 21. November mal wieder vor Gericht, weil dessen Performances dem Staat oft zu wider sind. Diesmal soll Kastner zusammen mit einem Kollegen eine verbotene Versammlung durchgeführt haben.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Kein Rad und keine Kritik soll den Papst stören</strong></p>
<p class="bodytext">Rückblick: Am 10. September 2006 besuchte Joseph Ratzinger alias Papst Benedict die Landeshauptstadt. Stadt und Polizei taten alles, um dem Kirchenvertreter den Aufenthalt so schön und sicher wie möglich zu machen. Tausende Fahrräder wurden entlang der Wegstrecken von &quot;Gods Rottweiler&quot; (The Sun) weggeräumt. Von den kirchenkritischen Veranstaltungen etwa des Bundes für Geistesfreiheit sollte der erzkonservative Ratzinger nach Möglichkeit nichts mitbekommen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Vier Tage vor dem Besuch des Papstes treffen sich Wolfram Kastner und Georg Ledig vor dem Kulturreferat in der Burgstraße. Anlässlich des Papstbesuches wollen die beiden als katholischer Nuntius und Adolf Hitler durch die Innenstadt spazieren, um auf das bis heute gültige &quot;Reichskonkordat&quot; von 1933 aufmerksam zu machen. Mit dem Vertrag zwischen Vatikan und Nationalsozialisten verlieh die Katholische Kirche Hitler und dem noch jungen NS-Regime höchste Weihen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Von Kastners und Ledigs Aktion hatte jedoch nicht nur die Presse erfahren, auch der Staatsschutz war ob dieser &quot;Provokation&quot; alarmiert. Schon zu Beginn tauchte daher Polizei auf, um die Aktion zu unterbinden. Begründet wurde das polizeiliche Eingreifen gleich mehrfach: &quot;Beleidigung eines ausländischen Staatsgastes&quot;, &quot;Missbrauch von Titeln&quot; bzw. &quot;Durchführung einer nicht-angemeldeten Versammlung&quot; kämen in Frage, so der inzwischen pensionierte Beamte Maier. Parallel dazu wurde in einiger Entfernung ein anderer Mann festgenommen, weil er kirchenkritische Flugblätter verteilte. Die Aktion fand schließlich dennoch - unter Beteiligung der Polizei - statt. Warum und unter welchen Bedingungen, darüber gab es nun Erstaunliches zu hören. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>&quot;Ich hab die Schnauze voll&quot;</strong></p>
<p class="bodytext">Vor dem Amtsgericht sollte also über Kastners Einspruch gegen einen Strafbefehl über 1500 EUR verhandelt werden. Sieben Zeugen waren geladen, der Gerichtssaal (in dem zuvor eine Gewerkschaftsaktivistin trotz fadenscheiniger Anschuldigungen zu 1000 EUR Strafe wegen &quot;vorsätzlicher Körperverletzung&quot; <A HREF="http://de.indymedia.org/2007/11/200823.shtml" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;verurteilt worden war</a>) war völlig überfüllt. Schließlich wechselte der Prozess in einen größeren Saal.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Zunächst berichtete der Aktionskünstler, dass zu Beginn der Staatsschützer Maier das Verkleiden und die ganze Aktion verbieten wollte, da &quot;die Leute mich nicht vom Papst unterscheiden können würden&quot;. Später habe der Polizist von einer &quot;unangemeldeten Versammlung&quot; gesprochen. Sein Einwand, dass sie doch nur zu zweit seien und es sich um Kunst handele, sei ignoriert worden. Maier habe ihm erklärt, dass in Bayern auch zwei oder gar nur eine Person als Versammlung gesehen werden könne, wenn sie denn eine Meinung habe. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Kastner beendete seine Einlassungen sichtlich erbost. Er habe &quot;die Schnauze voll&quot;. Als Künstler schaffe er Bilder im Vertrauen auf mündige Bürger, die sich ihre eigene Meinung bilden könnten. Das ständige Eingreifen der Polizei sei skandalös. Die anschließend gezeigten Videos der Aktion verdeutlichten dem Publikum die Absurdität des ganzen Verfahrens.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Wer führte Regie?</strong></p>
<p class="bodytext">Die Aussagen des Kirchenkritikers und die Vernehmung der beiden (Ex-) Staatsschützer Maier und Giebis brachten einen seltsamen Verlauf der Aktion zu Tage: Während der Diskussion um die Durchführung der Aktion schien der Beamte Maier angesichts der anwesenden Presse das Ruder an sich reißen zu wollen. Zunächst bat er den Künstler, das Kirchengewand anzuziehen (&quot;um mir ein Bild machen zu können&quot;), dann gab er den Weg für die Aktion vor, nämlich durch die Theatinerstraße zum Polizeipräsidium, um dort die &quot;Versammlung nachträglich anzumelden&quot; bzw. die &quot;Auflagen festzulegen&quot;. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Sein Kollege Giebis war davon zwar wenig erfreut - &quot;ich und viele andere Katholiken empfinden das als Beleidigung&quot; - aber die Hierarchie war klar. Das Performance-Duo fügte sich im stillen Protest dem Vorhaben und so zogen der &quot;kirchliche Nuntius&quot; und &quot;Adolf Hitler&quot; zusammen mit viel Polizei und Presse zum Präsidium. Offenbar empfand Meier dies als eine besonders gelungene Form der Festnahme. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Im Präsidium nämlich beschlagnahmte dessen Vorgesetzter das Gewand zwecks &quot;Gefahrenabwehr&quot; und erklärte Kastners Festnahme. Schließlich, so der Staatsschützer laut Kastner, schade &quot;a bissl Polizeistaat in Bayern nicht&quot;.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Nach dieser Darbietung verzichteten alle Beteiligten auf die restlichen Zeugen und die JuristInnen verzogen sich ins Hinterzimmer. Kurz darauf stellte der zwischenzeitlich sichtlich gelangweilte Richter das Verfahren ein. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Als Erfolg sieht Kastner den Ausgang des Verfahrens nicht. Dass er überhaupt für eine Kunstaktion vor Gericht müsse, die von der Polizei als Versammlung bezeichnet (und dann mehr oder weniger auch veranstaltet) werde, sei unerträglich.</p>]]></content:encoded>
			<category>Gegen Rechts</category>
			<category>Kultur</category>
			<category>Überwachung &amp; Repression</category>
			<category>Schwerpunkt</category>
			
			<author>redaktion@luzi-m.org</author>
			<pubDate>Fri, 30 Nov 2007 17:51:00 +0100</pubDate>
			
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