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		<title>Luzi-M: Bildung & Wissenschaft</title>
		<link>http://www.luzi-m.org/</link>
		<description>Die Luzi-M-News aus dem Bildungsbereich als RSS-Feed</description>
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			<title>Luzi-M: Bildung & Wissenschaft</title>
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		<lastBuildDate>Wed, 23 Jul 2008 21:00:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>„Wenn (Hochschul-) Wahlen etwas ändern könnten....“</title>
			<link>http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2008/07/13/104/</link>
			<description> „....dann wären sie längst verboten.“

Unabhängig davon, was mensch von diesem alten...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Studierenden, die alljährlich im Sommersemester die Möglichkeit haben, verschiedene „Studentische Vertreter“ in irgendwelche langweiligen, universitären Gremien zu wählen, haben in denselben so gut wie kein Mitspracherecht, geschweige denn irgendwelche Mehrheiten.</p>
<p class="bodytext">Über diese verfügen die (meist männlichen) Professoren: wenn diese sich einig sind, haben die Stimmen der Studis keine Bedeutung mehr. </p>
<p class="bodytext">Der frühere AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Uni München zog daraus die logische, politische Konsequenz und verweigerte eine konstruktive Mitarbeit in diesen Gremien. Stattdessen forderte er die verfasste Studierendenschaft (um damit den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu erlangen) und ein politisches Mandat für seine Arbeit, welches den ASten in allen Bundesländern außer in Bayern und dem konservativen Baden-Würtemberg zugestanden wird, und eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.</p>
<p class="bodytext">Über ein sogenanntes „Parallelmodell“ schaffte sich die Studierendenvertretung eine demokratische AStA-Struktur über die Hintertür ein, gleichwohl diese noch kein offizielles, politisches Mandat inne hatte.</p>
<p class="bodytext">Die neue Vertretung der Studierenden, die seit einigen Jahren die Mehrheiten der zunehmend unpolitischer werdenden Studis hinter sich hatte, zog es dagegen vor, die demokratische AStA-Struktur abzuschaffen und stattdessen in den vollkommen undemokratisch organisierten Uni-Gremien „konstruktiv“ mitzuarbeiten und sich zu allgemeinpolitischen Themen nicht mehr zu äußern. Diese sinnlose und kontraproduktive Arbeit versuchte sie den Studierenden auch noch als Erfolg zu verkaufen. </p>
<p class="bodytext">So entblödete sich beispielsweise Andreas Pongratz (einer der beiden bisherigen studentischen Vertreter im Senat) nicht, in einem Interview mit dem kommerziellen Hochschulmagazin „MAYERS“ ausdrücklich zu „betonen“, dass die Entscheidungsträger der LMU München „einen guten Umgang“ mit den gewählten VertreterInnen der Studierenden pflegten; sie würden „Ernst genommen und in die Entscheidungsprozesse eingebunden.“ (vgl.: MAYERS, Sommersemester 2008, S.5. <a href="http://www.mayers-online.de/artikel2_081.html" target="_blank" >www.mayers-online.de/artikel2_081.html</a>)</p>
<p class="bodytext">Kein Wunder, kann man da nur sagen, schließlich hatten sie sich ja „konstruktiv“ beteiligt, an der „sinnvollen Verwendung“ der Studiengebühren – um damit potentieller und grundsätzlicher Kritik an diesen von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. </p>
<p class="bodytext">(Abgesehen davon, wäre die einzige wirklich „sinnvolle Verwendung“, die die den Studierenden zugute käme, die komplette Rückzahlung an die selben; diese forderte Pongratz selbstredend nicht.)</p>
<p class="bodytext">Sein Lippenbekenntnis „nach wie vor“ gegen Gebühren zu sein, kommt als hohle Phrase daher.  </p>
<p class="bodytext">Eine grundsätzliche Kritik an den undemokratischen Strukturen an der Uni hört man von ihm schon gleich gar nicht mehr.  </p>
<p class="bodytext">Stattdessen versucht er sich selbst und den Studierenden einzureden, er hätte in den „Entscheidungsprozessen“ der Uni-Gremien wirklich etwas mitzureden.</p>
<p class="bodytext">Dass viele Studierende mit diesem Kuschelkurs „ihrer“ VertreterInnen jedoch unzufrieden sind, da es ihnen wohl eher um eigene Profilierung, denn um Inhalte ging, zeigen nun die aktuellen Ergebnisse der letzten Hochschulwahlen vom Juni 2008.</p>
<p class="bodytext">Die „Liste Fachschaften“, die diese neue Studierendenvertretung repräsentiert und auf der auch Pongratz kandidierte, erlitt eine wohl von allen Beteiligten nicht für möglich gehaltene, herbe Wahlniederlage: Sie verlor bei der Senatswahl fast die Hälfte ihrer WählerInnen, und sackte von über 60% bei der Wahl 2007 auf 33,14% ab. </p>
<p class="bodytext">Während es für die Vorgängerin der Liste, der als „links“ verschrieenen Liste „AStA und Fachschaften“, über Jahre hinweg in aller Regel kein Problem war, satte, absolute Mehrheiten zu erringen, kommt die neue „Liste Fachschaften“ (den Namen AStA strich sie aus ihrem Namen und ihrem Programm, um auch ja nicht den Eindruck zu erwecken, auch nur ansatzweise politisch arbeiten zu wollen) also gerade mal auf ein Drittel der Wahlstimmen.</p>
<p class="bodytext">Besonders peinlich wird das Ganze, wenn man sich vor Augen hält, dass diese „Liste Fachschaften“ gerade mit dem Ziel angetreten war, endlich „alle Studierenden“ zu erreichen, und immer behauptet hatte, der alte AStA hätte die Studierenden durch seine ach so linke, oder gar „antideutsche“ Politik vergrault. </p>
<p class="bodytext">Die neu gegründete „Liste gegen Studiengebühren“(LGS) - die einzige Liste mit einer klaren, politischen Aussage - kam dagegen aus dem Stand auf 25,96%, und errang damit nach der „Liste Fachschaften“ den zweiten, studentischen Sitz im Senat.</p>
<p class="bodytext">Wenn Wahlen also tatsächlich nichts grundsätzliches ändern, so sind sie doch oft genug ein gutes Stimmungsbarometer. Im Falle der Hochschulwahlen zeigen sie folgendes: </p>
<p class="bodytext">Die Anti-AStA-Strategie der „Liste Fachschaften“ ist klar fehlgeschlagen. Es war ein glatter Trugschluss zu glauben, man könne die so genannte „schweigende Mehrheit“ der Studierenden für sich gewinnen, wenn man sich ihnen nur genug anbiedert und aufhört, (allgemein-) politische, oder gar „linke“ Inhalte zu vertreten. </p>
<p class="bodytext">Stattdessen scheint das zuzutreffen, was der alte AStA immer gebetsmühlenartig gepredigt hatte: Die Mehrheit der Studierenden ist für fortschrittliche Politik nicht zu gewinnen, weil diese entweder desinteressiert oder, im schlimmeren Fall, schlicht reaktionär sind. (Entsprechend lag die Wahlbeteiligung auch dieses Jahr wieder bei gerade mal 10%). Politisch interessierte StudentInnen gilt es dagegen für die eigenen, progressiven Inhalte zu überzeugen. Eine Chance dies zu schaffen, besteht aber nur dann, wenn man sie auch klar und offensiv vertritt.</p>
<p class="bodytext">Der „Liste gegen Studiengebühren“ ist zu Gratulieren, dass sie sich dieser Einsicht scheinbar erinnerte.  </p>
<p class="bodytext">Die „Liste Fachschaften“ dagegen muss erkennen, dass ihre Politik des leeren „Geschäftsführungs-“ bzw. „Studierenvertretungsstuhls“ und des Nichts-Tuns zwar der politischen Praxis und wahrscheinlich auch dem Wunsch der meisten Studierenden entspricht, aber deswegen noch lange keine politischen Mehrheiten bedeutet. </p>
<p class="bodytext">Und sie muss sie sich weiter die Frage gefallen lassen, ob SenatorInnen (wie die von der „Fachschaftsliste“ gewählte Ilona Schwiermann), die über Mailinglisten allen Ernstes zum Besuch eines Studie-Gottesdienstes mit katholischen Studentenverbindungen und Bischof Marx aufrufen und sich im Wahlkampf ohne rot zu werden lächerliche T-Shirts mit der Aufschrift „Wählt mich!“ anziehen, wirklich die ständig proklamierte „Mehrheit aller Studierenden“ vertreten.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Zu den Wahlergebnissen:</p>
<p class="bodytext"><a href="http://www.uni-muenchen.de/einrichtungen/zuv/stud_angelegenheiten/wahlamt/hochschulwahlen/wahlergebn/index.html" target="_blank" >www.uni-muenchen.de/einrichtungen/zuv/stud_angelegenheiten/wahlamt/hochschulwahlen/wahlergebn/index.html</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Bildung &amp; Wissenschaft</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 17:34:34 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>„Waldorfpädagogik - eine  distanziert kritische Betrachtung“</title>
			<link>http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2008/07/02/112/</link>
			<description>„Lass dich nicht versteinern........“ - unter diesem Motto stand eine Veranstaltung der GEW...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Als Referenten waren geladen Klaus Weber, Professor an der FH München und Andreas Lichte, ein ausgebildeter Waldorflehrer, der aber bereits während seiner Ausbildung zu Zweifeln begann, an den untrennbar mit Steiner verbundenen pädagogischen Konzepten der Waldorfschulen und ihrer anthroposophischen Weltanschauung.</p>
<p class="bodytext">Weber stellte einleitend fest, dass die Schullaufbahn eines Menschen und die Frage, welche Schule er besuche, keinerlei Rückschlüsse darauf hin zuließen, was aus diesem Menschen einmal werde. Menschen könnten sich, wie er selbst, trotz oder/ und wegen (!) bestimmter Erfahrungen in der Schule in eine bestimmte Richtung entwickeln; Zwangsläufigkeiten gäbe es nicht. </p>
<p class="bodytext">Zunächst formulierte Weber eine emanzipatorische Kritik an den staatlichen Schulen und fragte nach den Gründen, warum (auch) sich fortschrittlich dünkende Eltern, ihre Kinder auf Waldorfschulen schickten. So seien die hierarchische, oft anonyme Struktur an den Schulen, sowie die Konkurrenzsituationen, der Leistungsdruck, die Noten und das mangelnde Mitspracherecht der Eltern der Grund dafür, dass sich viele Eltern nach Alternativen umsähen. </p>
<p class="bodytext">Anschließend arbeitete Weber anhand von Pro-Waldorf-Literatur die drei zentralen Elemente heraus, auf denen die Waldofpädagogik aufbaut: So sei der Mensch nach Steiner grundsätzlich in einen größeren „Schicksalszusammenhang“ eingebettet, aus dem er nicht herauskomme. Im Zusammenhang damit stehe ein anti-aufklärerischer Glaube an Karma, Vorhersehung und Schicksalsbestimmung. Zweitens gehe die Waldorfpädagogik von Steiners Temperamentenlehre aus, die Menschen – vollkommen willkürlich und von der Wissenschaft längst widerlegt – in vier Typen einteile. Drittens lege die Waldorfschule ihre Schulen problematischer Weise auf eine christliche Glaubensrichtung hin fest, auch wenn sie sich andererseits als weltanschaulich neutral bezeichne.</p>
<p class="bodytext">Weber äußerte zwar scharfe Kritik am staatlichen Schulsystem und der dortigen Praxis der Leistungsbeurteilung und dem willkürlichen Notensystem. Der Schicksalsglaube und die Temperamentenlehre an Steiner-Schulen führe aber dazu, dass nicht die Leistungen der SchülerInnen, sondern ihre Persönlichkeit beurteilt werde, was keineswegs besser sei. </p>
<p class="bodytext">Nach Webers Ausführungen berichtete Andreas Lichte von seinen Erfahrungen zur Ausbildung als Waldorflehrer. Nachdem ihm von Dozenten in der Ausbildung zunächst erzählt worden war, er müsse nicht „Anthroposoph“ (Anhänger der Lehre Steiners) werden, wurde ihm nach einigen Monaten sehr wohl klar, dass der Glaube an Steiners Lehre zentrale Voraussetzung ist, um die Ausbildung zu bestreiten und an Waldorf-Schulen unterrichten zu können. Gegen Ende der Ausbildung wurde er nicht nur über Steiners abstruses Weltbild geprüft, sondern auch gefragt, ob er daran auch glaube. Einer der Dozenten bezeichnete sich als „Missionar in Sachen Steiner.“ </p>
<p class="bodytext">Die gesamte Pädagogik sei darauf abgerichtet, entsprechend der vier Temperamententypen zu unterrichten. So gebe es Mathematikunterricht für Sanguiniker, für Choleriker, für Melancholiker, für Phlegmatiker.... Dabei sei die Einteilung der SchülerInnen in diese Kategorien völlig willkürlich. Der zu lehrende Inhalt sei durchzogen mit dem Glauben an abstruse Mythen wie den Untergang des Kontinents Atlantis und Märchen, in denen nach so etwas wie der „Volksseele“ gesucht werde.</p>
<p class="bodytext">Zentral für die Unterrichtspraxis sei auch Steiners Stufenlehre, nach der der Mensch sich in sieben-Jahres-Schritten entwickle. Diese sieben-jährigen Stufen würden als definitiv gesehen, so dass SchülerInnen beispielsweise vor ihrem vierzehnten Lebensjahr konsequent von intellektuellen Anforderungen und vielen technischen Geräten ferngehalten werden, da sie dafür „noch nicht reif genug“ seien. </p>
<p class="bodytext">Als Lichte während seiner Ausbildung in einem Seminar kritisch hinterfragte, weshalb in einem Lehrgang die Nachkommen nordamerikanische Ur-Einwohner als „absterbende Rasse“ bezeichnet wurden, deren „Absterben“ quasi logische Folge ihres Schicksals sei, legte die Ausbildungsleitung ihm Nahe, zu gehen und KollegInnen versuchen ihn zu mobben. Doch „wie in einem Horrorfilm, aus dem man nicht früher raus gehen will, weil man das Ende sehen will“ bricht er nicht ab. Als er mit der Ausbildung letztlich fertig ist, und ein Stellenangebot für eine Steiner-Einrchtung für Behinderte angeboten bekommt, lehnt er ab. Er weiß: In Steiners Weltbild und im Weltbild der Anthroposophen sind die Behinderungen Folge eines verfehlten Verhaltens im früheren Leben – Karma eben.</p>
<p class="bodytext">Erwartungsgemäß waren viele AnhängerInnen der gut vernetzten Anthroposophen während der Veranstaltung anwesend. Sie zweifelten Lichtes Ausführungen an, oder taten sie als „Einzelfall“ ab, und waren unzufrieden mit der „einseitigen und polemischen Darstellung.“ Sie wollten offensichtlich nicht wahrhaben, dass die Veranstaltung selbstredend nicht als Werbung für Steiner-Schulen ausgerichtet war. Letztlich konnten die anwesenden AnthroposophInnen auch nicht schlüssig darlegen, was zum Beispiel an Steiners „Temperamentenlehre“ erhaltenswert sei und in wie fern eine aufgeklärte, emanzipatorische Gesellschaft im 21.Jahrhundert von Steiners Lehre und den Waldorfschulen profitieren könnte. „Alternativ“ ist zwar „alternativ“ – aber aber noch lange nicht besser.</p>
<p class="bodytext"><br />Zur Ideologie Rudolf Steiners: <A HREF="http://www.fkpsych.de/psycho/anthroposophie.html" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;http://www.fkpsych.de/psycho/anthroposophie.html</a></p>
<p class="bodytext">Informationen zum Antrag des Bundesfamilienministeriums auf Indizierung zweier Bücher von Rudolf Steiner im Herbst 2007:<br /><A HREF="http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&id=414" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;http://www.gwup.org/aktuell/news.php?aktion=detail&amp;id=414</a> </p>
<p class="bodytext">Bildquelle: <A HREF="http://www.waldorfcritics.org" target="_blank" class=linkExt><img src="typo3conf/ext/dh_linklayout/res/link_ext.gif" width="8" height="8" border="0" alt="" title="" />&nbsp;http://www.waldorfcritics.org</a> </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Bildung &amp; Wissenschaft</category>
			
			<author>redaktion@luzi-m.org</author>
			<pubDate>Wed, 02 Jul 2008 16:32:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Studenten diskutieren über Antifaschismus</title>
			<link>http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2008/05/24/94/</link>
			<description>Eigentlich müsste dieser Artikel ganz wo - besser ganz wann - anders anfangen aber dann würde wohl...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Der Grund war gerade hier nicht die mangelnde personelle Unterstützung durch Studierende oder die Einbindung in überuniversitäre Strukturen sondern die AntiAntifa-Einstellung oder zumindest die totalitarismustheoretische Position der Mehrheit der Studierenden und ihrer Vertreter. Zudem kamen viele nicht mit einem ernst gemeinten Antifaschismus klar, der nicht umhin kommen kann auch die herrschenden Verhältnisse zu hinterfragen und zu kritisieren.</p>
<p class="bodytext">Obwohl nun die Studierendenvertretung von rechts neu besetzt und der AStA abgewickelt wurde, gibt es offensichtlich immer noch scheinbar Unbelehrbare, die nach wie vor ein antifaschistisches Engagement der Studierendenvertretung für notwendig erachten. Auf das Ansinnen wieder ein  Antifareferat einzuführen wurde erstmal mit großen Bedenken reagiert und ein Arbeitskreis eingerichtet, der eine solche Notwendigkeit prüfen und für eine solche Arbeit einen Rahmen abstecken sollte. Inzwischen liegt ein Antrag dazu beim „Konvent der Fachschaften“ (höchstes Gremium der Studierendenvertretung) und lautet:</p>
<p class="bodytext">Der Konvent möge beschließen, dass sich die Studierendenvertretung als Organ ausdrücklich gegen Faschismus, Rassismus und Sexismus wendet, über solche Tendenzen informiert und gegen sie vorgeht. </p>
<p class="bodytext">&quot;Der Konvent möge beschließen, dass das Antifaschismusreferat dem Konvent zuarbeitet und im Rahmen seiner Möglichkeit Veranstaltungen (Informationsveranstaltungen, Filmabende etc.) organisiert, dies diene der politischen Bildung und der Schaffung eines Diskussionsrahmens. </p>
<p class="bodytext">Der Konvent möge beschließen, dass zum Zwecke der antifaschistischen Arbeit Veranstaltungen außeruniversitärer Gruppen unterstützt werden können und die Zusammenarbeit mit ihnen möglich sei.&quot;</p>
<p class="bodytext">Dieser Antrag soll nun in der Fachschaften diskutiert werden, um ihn anschließend auf dem Konvent abzustimmen. Dies geschieht wie eh und je mal mehr, mal weniger, mal kontroverser mal einmütiger. Die Fachschaft Informatik bietet dazu dankenswerter Weise ein öffentliches Forum unter: Quelle: <a href="http://www.die-informatiker.net/topic/Studium/Gehoert_Antifaschismus_zur_Studierenden-_Vertretung/9231" target="_blank" >www.die-informatiker.net/topic/Studium/Gehoert_Antifaschismus_zur_Studierenden-_Vertretung/9231</a> </p>
<p class="bodytext">Hier wird die Frage gestellt:</p>
<p class="bodytext">Soll diesen Anträgen zum antifaschistischen Engagement der StuVe zugestimmt werden?</p>
<p class="bodytext">Das Ergebnis weist bisher folgende Zahlen aus:</p>
<p class="bodytext">Online-Voting</p>
<p class="bodytext">Ja</p>
<p class="bodytext">27% [11]</p>
<p class="bodytext">Enthalte mich</p>
<p class="bodytext">00% [00]</p>
<p class="bodytext">Nein </p>
<p class="bodytext">72% [29]</p>
<p class="bodytext">Stimmen insgesamt : </p>
<p class="bodytext">99% [40]</p>
<p class="bodytext">Naja, das ist nicht sonderlich überraschend wenn mensch die Diskussionen der letzten Jahre und den gesellschaftlichen Rechtsruck mitbekommen hat. Interessant ist jedoch der Diskussionsthreat in dem sich die Herren Informatiker in so allerlei Fragen selbst bestätigen. Dabei handelt es sich wahrscheinlich nicht um Rechtsradikale, sie sind auch keine repräsentative Stichprobe unter den Studierenden aber hier zeigen sich schon was sich auch alles an Stumpfsinn bei der elitären Mitte der Gesellschaft tummelt. Um das einmal pointiert aufzuzeigen finden sich nachfolgend bewusst gewählte Zitate aus der Diskussion der Informatiker, eine Kommentierung erübrigt sich:</p>
<p class="bodytext">„Ganz sachlich gemeint: [...] allgemeine Behandlung von &quot;Extremismus&quot;[...] auch Linksextremismus, [...] Inländerfeindlichkeit.[...]. Toleranz, [...] frei von Vorurteilen und Klischees„ </p>
<p class="bodytext">(Heiko)</p>
<p class="bodytext">„[...] ist rechts genauso wie links und alle anderen politischen Richtungen eine (mehr oder weniger) freie Entscheidung jedes Einzelnen. [...] Informations-Abende [...], die rechtes Gedankengut als Unrecht abstempeln wollen, [...] kann ich [...] nicht gut heissen.“ </p>
<p class="bodytext">(anonym)</p>
<p class="bodytext">„Im großen und ganzen stimme ich den Posts bis jetzt zu. [...] bei tatsächlichen [...] linksextremistischen [...] Vorfällen muß auch ohne expliziten Grundsatzbechluss gehandelt werden, unabhängig von der Art des Vorfalls“.</p>
<p class="bodytext">(rigid)</p>
<p class="bodytext">„Ich würde [...] Linksextremismus in sofern noch mit einbeziehen, als dass es [...] &quot;nicht in Ordnung sind&quot;, [...] halt Hetzjagden oder willkürlicher Vandalismus [...].“</p>
<p class="bodytext">(Heiko) </p>
<p class="bodytext">„Ich habe nichts dagegen, sich auch gegen Linksradikalismus zu wehren, ich finde es nur generell gut, dass man sich vehement gegen den ganzen verbleibenden Gedankenmüll ausspricht [...] denn die Abneigung gegen Rechts- und Linksextremismus ist sinnvoll [...] und man sollte mit allen Mitteln dafür sorgen, dass das auch so bleibt.“</p>
<p class="bodytext">(schoppenhauer)</p>
<p class="bodytext">„der Konvent möge doch bitte viel lieber beschließen, dass das übergeschlechtliche grammatikalische Maskulin existenzbedroht ist, und deswegen zu erhalten gilt. [...] Schade um die deutsche Sprache.“ </p>
<p class="bodytext">(Bernhard Frauendienst)</p>
<p class="bodytext">„Demos gegen die Studiengebühren [...], als ich dann aber gesehen habe, dass unserem &quot;Trupp&quot; einer mit KPD Flagge voranläuft, da verging es mir echt. [...] anscheinend ist es seit NeusteM in Deutschland &quot;modisch&quot;, &quot;hip&quot; oder &quot;ultracool&quot; linksradikal ausgerichtet zu sein und diese Haltung in aller Öffentlichkeit auszuleben. [...] Läuft jetzt jemand mit ner Hackenkreuzflagge rum, dann schreiens alle, [...] irgendwie geht in unserem Land was falsch und das auch nicht erst seit gestern...[...] Will man hier die Seele der AstA bewahren oder wie ist das?“</p>
<p class="bodytext">(Ironman)</p>
<p class="bodytext">„Sicher, ich bin auch so anti-KPD wie man nur sein kann, [...] Ich persönlich sehe es mit der Meinungsfreiheit und Unvoreingenommenheit gegenüber Meinungsäußerungen, egal aus welchem Lager, (es folgt der link: Warum die USA Holocaust-Leugner schützen <a href="http://usaerklaert.wordpress.com/2006/11/22/free-speech-teil-1-warum-die-usa-holocaust-leugner-schutzen/" target="_blank" >usaerklaert.wordpress.com/2006/11/22/free-speech-teil-1-warum-die-usa-holocaust-leugner-schutzen/</a>) [...] Und deshalb bin ich gegen den Antrag.“</p>
<p class="bodytext">(Matthisa Benkhard)</p>
<p class="bodytext">„Die Linken werden oftmals als naive Weltverbesserer belächelt und möglichste radikale Auswüchse ignoriert. [...] Es fällt also wenigstems im Ausland auf, wo hier gerne darüber hinweggesehen wird. </p>
<p class="bodytext">Mit Hinweis auf den rechten Historiker Eckhard Jesse: Linksdrall im geistigen Klima Deutschlands Schieflage im Umgang mit Exzessen extremistischer Art in: <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/international/linksdrall_im_geistigen_klima_deutschlands_1.727416.html" target="_blank" >www.nzz.ch/nachrichten/international/linksdrall_im_geistigen_klima_deutschlands_1.727416.html</a>“</p>
<p class="bodytext">(Heiko )</p>
<p class="bodytext">„Heute ist es meiner Meinung nach sehr wohl möglich, eine sinnvolle Gruppierung zu gestalten, die ohne politische Orientierung auftritt. [...] Eine grundsätzlich festgelegte Haltung ist also nicht nötig, und zumindest meiner Meinung nach auch fehl am Platz.“</p>
<p class="bodytext">(Bernhard Frauendienst)</p>
<p class="bodytext"> „[...] was nützt es bestimmte anschauungen zu verpönen oder gar zu fördern? [...] die tabuisierung von gedanken darf nicht unterstützt werden!“</p>
<p class="bodytext">(Janislav Malahov)</p>
<p class="bodytext">„dass man schon dadurch rechts wird, wenn man nicht immer nur den unmittelbaren Vorteil des Individuums im Blick hat“ </p>
<p class="bodytext">(Heiko)</p>
<p class="bodytext">„Dem Konvent kann man nur mitgeben, was Jean Baudrillard laut genanntem Artikel Daniel Cohn-Bendit im Jahr 1968 geraten hat: Lass' dich nicht von diesen linksextremen Kräften manipulieren, die dich nur dazu bringen werden, jetzt alles zu zerstören, was einmal aus dem entstehen kann, das ihr gerade erschafft.“</p>
<p class="bodytext">(Rudi)</p>
<p class="bodytext">Klar ist das jeweils verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen - aber ist es deshalb anders gemeint? Wer es genau wissen will, sei auf das Original im Internet verwiesen (Adresse siehe oben)</p>
<p class="bodytext">Im Wesentlichen geht es den Herrn, um die Verabsolutierung der Mitte und des „Unpolitischen“, sowie die Gleichsetzung von Links und Rechts, die Akzeptanz der extremen Rechten und die Affirmation einiger ihrer Inhalte. Damit sind sie sicher nicht die Einzigen an der Uni München.</p>
<p class="bodytext">So verwundert es nicht, dass auch das AStA-Logo mit der Sophie Scholl abgeschafft wurde, eher schon, dass nun das neue Logo eine Weiße Rose ziert. Bei genauerer Betrachtung allerdings auch das nicht, denn der BRD-Antifaschismus war für die Mitte im wesentlichen immer eine ritualisierte Pflicht, die sich im mehr oder weniger ernst gemeinten, unterschiedslosen Gedenken an alle Opfer erschöpfte. Selten werden die Zusammenhänge zur bürgerlichen Gesellschaft, verfasst als kapitalistischer Nationalstaat, gesehen, selten wird Antifaschismus als praktischer, alltäglicher Auftrag verstanden. Kein Wunder, denn das sind auch nicht die Inhalte Deutscher Lehranstalten.  Dass diejenigen, die das anders sehen auf Unverständnis und Ablehnung stoßen hat viele Gründe u.a. eben auch diesen.    </p>
<p class="bodytext">Doch auch das ist im Deutschland des Jahres 2008 alles nichts Besonderes, um so mehr aber ein Grund endlich wieder ein arbeitsfähiges, freies und fortschrittliches Antifareferat einzurichten.    </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Bildung &amp; Wissenschaft</category>
			<category>Gegen Rechts</category>
			
			<author>redaktion@luzi-m.org</author>
			<pubDate>Sat, 24 May 2008 03:27:00 +0200</pubDate>
			
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