Misstöne zur Einheitsfeierei
Von: Redaktion Luzi-MBis zu 600 Antinationale sorgten am 2. und 3. Oktober dafür, dass nicht nur Patriotisches durch München hallte. Eine kurze Zusammenfassung auf indymedia - und Ergänzendes.

Demonstration am 3. Oktober 2012 (Foto: indymedia.org)

Die erbeutete Fahne (Foto: fdj.de)

Festnahme (Foto: fdj.de)

Aktion der "Jungen Union"
Mit mehreren Veranstaltungen und zwei Demonstrationen reagierten Antiantionalist_innen auf die zentralen Anschlussfeierlichkeiten zum "Tag der deutschen Einheit", die in diesem Jahr in München stattfinden mussten. Fünf Aufrufen konnte mensch auf die Vorabenddemo "rave without borders" bzw. auf die Bündnisdemo "No ♥ for a deutschland" folgen. An letzter beteiligte sich auch ein eigenständiger "No Nation Queerwalk: Gegen Nationalismus, Rassismus und Sexismus".
Eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse findet sich auf indymedia. Dort heisst es unter anderem:
"Die vorabendliche Rave-Demo am 2. Oktober an der sich etwa 150 Menschen beteiligten, konnte ohne größere Belästigungen durch die Staatsgewalt durch die Innenstadt tanzen. In den Redebeiträgen wurden verschiedene Aspekte rassistischer Ausgrenzung thematisiert. Im Anschluss fanden sich viele Hundert beim antirassistischen Festival "Rage against Abschiebung" in Hansa 39 und Kranhalle ein.
Die antionationale Demonstration am 3. Oktober selbst wurde um 14:30 auf dem zentral gelegenen Stachus eröffnet. Nach einigen Redebeiträgen zu Themen wie "Krisennationalismus" zog die Demo mit ordentlich wummernden Lautsprecherwagen und (erfreulicherweise überwiegend guten) Parolen via Sonnenstraße durch die Innenstadt."
Die Autor_innen sprechen von drei, die Polizei von 6 Verhaftungen.
[Nachtrag 09./10.10.2012:
Nach Angaben der "Freien Deutschen Jugend (FDJ)" betrafen alleine vier Verhaftungen die FDJ. Die Fahne der kommunistisch-antifaschistischen Jugendbewegung wurde von der Polizei beschlagnahmt, der Träger wegen "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen" vorübergehend festgenommen. "Von mehreren Jugendliche(n), die sich mit dem festgenommenen Fahnenträger solidarisierten wurde eine junge Frau durch die Polizei brutal zu Boden gedrückt und gleich mit abgeführt", so der Verband".
Nach Ansicht der FDJ stellt der repressive Akt eine Fortführung der Aktionen vor einigen Wochen dar, als Flugblätter für die Veranstaltung der internationalen Antikriegsaktion „Klassenkampf statt Weltkrieg“ zum Tag des Münchner Abkommens ebenso wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole beschlagnahmt und verfolgt wurden. Diese zeigten eine Fotomontage des schon von den Nazis verbotenen Künstlers John Heartfield ("Hitlers Friedenstaube").
"Durchwegs positiv" dagegen sollen die Reaktionen auf eine Aktion von AntiRa-Aktivistinnen auf der "Ländermeile" in der Ludwigstraße gewesen sein, die im Outfit der "Jungen Union Hintertupfing" "unter anderem einen kostenlosen Rückführungsflug nach Afghanistan oder eine gratis Übernachtung in einer Flüchtlingsunterkunft" verlosten.
Erstaunlich, dass die vermeintliche JU-Gruppe, die überwiegend aus Frauen* ("Glücksfeen") bestand, nicht enttarnt wurde, wo doch das Verhältnis bei der JU üblicherweise anders herum ist.
Warum bei dieser gelungenen Aktion nun die einzige "männchlich" markierte Person nicht auch im kecken "Glücksfee"-Dress verteilte, erschließt sich uns allerdings nicht ...]
- Links:
- de.indymedia.org/2012/10/335888.shtml
- https://linksunten.indymedia.org/de/node/68700





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