400 gegen "BeförderNix"
Von: Redaktion Luzi-MAm Freitag den 29. Juni zelebrierte die Bundeswehr erstmals öffentlich einen Beförderungsappell für 573 Offiziersanwärter im Hofgarten der Münchner Residenz. Draußen protestierten rund 400 Antimilitarist_innen.
„Jubel über militärische Schauspiele ist Reklame für den nächsten Krieg“ - unter diesem Zitat von Kurt Tucholsky protestierten am Donnerstagabend und Freitagnachmittag bis zu 400 Antimilitarist_innen gegen den öffentlichen "Beförderungsappell" der Bundeswehr im Hofgarten. Kurzfristig aufgerufen hatte eine breites Bündnis von radikalen Antimilitarist_innen bis hin zu den Grünen.
Bereits am Vorabend der Bundeswehr-Feier hatten Aktivist_innen die Theatinerkirche am Odeonsplatz symbolisch besetzt. Dazu das "AntiMil-Bündnis München" am Tag danach:
"Der Protest richtete sich gegen den Militärgottesdienst, der heute um 15 Uhr im Rahmen des Bundeswehr-Appells stattfinden soll.
Mit mehreren Transparenten, T-Shirts mit der Aufschrift „kein werben fürs sterben“ und friedenspolitischen Bibelzitaten hielt sich der Protest rund 2 Stunden und stieß diverse Diskussionen mit Priestern und KirchenbesucherInnen an. Beteiligt waren ca. 10 AktivistInnen verschiedener Konfessionen, Hautfarben und politischer Hintergründe.
Nachdem es unrealistisch war, die Besetzung zu halten – Polizei war bereits aufgefahren – entschied sich die Gruppe zu Verhandlungen. Der Kirchenrektor verzichtete auf Anzeigen, wofür die Gruppe die Kirche gegen 8 verlies um heute bei den Protesten wieder fit zu sein."
Angesichts der kurzen Mobilisierungszeit und der sengenden Hitze, bei der einige Soldat_innen in die Knie gingen, werten die Veranstalter_innen der Proteste die Beteiligung als Erfolg. So schreibt die mitveranstaltende DKP:
"Die politische Breite der UnterstützerInnen des Protestes war beachtlich, vom Fraktionsvorsitzenden der Grünen Sigi Benker, christlichen Organisationen und einem ehemaligen Münchner Bürgermeister, einen so breiten antimilitaristischen Konsens hatte es lange nicht mehr gegeben. In der gemeinsamen praktischen Aktion gegen die unmenschlichen Verhältnisse den Anderen und seine Überlegungen respektieren, anerkennen und vielleicht sogar davon zu lernen war das Motto."





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