Deutlicher Protest gegen "Lebensschützer"
Von: Redaktion Luzi-MBei miesem Wetter und unter lautem Protest zogen christliche Abtreibungsgegner_innen durch München
150 bis 200 christliche Fundamentalist_innen zogen am vergangenen Samstag bei einem "Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben" vom Sendlinger Tor zur Isar, um gemeinsam Frauen das Selbst auf Selbstbestimmung abzusprechen und Abtreibungen als "Kindesmord" zu geißeln. Aufgerufen hatte die reaktionäre und gut organisierte Splittergruppe "Euro Pro Life", die im Münchner Westen in einem so genannten "Mutterhaus" residiert.
Das reaktionäre Weltbild der selbsternannten "Lebensschützer" begründet sich aus der Bibel, so das "Antisexistische Aktionsbündnis München (asab_m)":
"Gemäß der Schöpfungsgeschichte gehen sie von einem zweiteiligen Geschlechtermodell aus, in welchem die Frau dem Mann untergeordnet ist und alle Sexualitäten und Beziehungsformen jenseits der heterosexuellen Ehe bekämpft werden. Mutter zu sein ist in diesem Weltbild göttliches Schicksal von Frauen. Abtreibung ist somit für die Lebensschützer durch nichts zu rechtfertigen.
Immer wieder kommt es zu holocaustrelativierenden Vergleichen, wie etwa durch den Begriff Babycaust. Zudem argumentieren sie, dass in Europa zu wenig Kinder für den Selbsterhalt des Volkes geboren würden.[...]
In solchen antifeministischen, sozialchauvinistischen und rassistischen Diskursen werden Frauen zu Gebärmaschinen degradiert. Sie sollen im Dienste staatlicher Bevölkerungspolitik handeln, für die nur die Kinder erwünscht sind, die dem Staat vermeintlich nützen. "
Bereits vor einigen Tagen hatten feministische Aktivist_innen das "Mutterhaus" im Westend mit Farbbeuteln bedacht, auf den Marsch von "Euro Pro Life" aufmerksam zu machen.
Am Samstag protestierten nun trotz miesem Wetter etwa 70 Feminist_innen und Antisexist_innen laut und deutlich gegen die reaktionäre Gruselveranstaltung, wurden jedoch von der zahlreich anwesenden Polizei auf Abstand gehalten, so dass auch Blockaden nicht möglich waren.
Anders als im vergangenen Jahr, als Polizist_innen bei den Protesten 'zig Antisexist_innen festnahmen, zeigten die Beamt_innen mehr Zurückhaltung. Möglich, dass der Rüffel der Staatsanwaltschaft wegen "oberflächlichen" und "irreführenden" Ermittlungen der Münchner Polizei hier Wirkung gezeigt hat. Dennoch wurden etwa drei Aktivist_innen vorübergehend festgenommen.
Gegen die "1000-Kreuze-Märsche" finden seit einigen Jahren Proteste statt, siehe unten.
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