Bad Reichenhall: General-Konrad-Kaserne wird umbenannt
Von: Redaktion Luzi-MRABATZ-Bündnis fordert, dass sich der Bürgermeister vom Kameradenkreis distanziert und die reaktionäre Traditionspflege ein Ende findet
Die „General-Konrad-Kaserne wird umbenannt“, berichtet die "Abendschau" des Bayerischen Fernsehens am Freitag den 20.04.20121. Dem Bericht zufolge habe das Bundesverteidigungsministerium angekündigt, die General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall noch im Laufe dieses Jahres umbenennen zu wollen. Der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt (CSU) bestätigte in dem TV-Bericht diese Meldung. Wörtlich sagte er: „Es ist in der Tat richtig, dass der bisherige Name der General Konrad Kaserne umbenannt werden soll. Das ist jetzt ein Thema, das man angehen kann, weil jetzt erst klar ist, dass die Kaserne überhaupt weiterhin besteht".
Anfang April hatte auch die "Initiative gegen falsche Glorie" die Umbenennung in "Feldwebel-Schmid-Kaserne" gefordert. Anton Schmid hatte 1941/42 im Wilnaer Ghetto unter hohem persönliche Aufwand hunderte Jüdinnen und Juden geschützt und wurde dafür am 13. April 1942 hingerichtet. Zum möglichen neuen Namen wollte sich Schmidt laut "Süddeutscher Zeitung" nicht äußern.
Für das RABATZ-Bündnis kann bei es bei der bloßen Umbenennung der Kaserne in Reichenhall nicht bleiben. Sprecherin Anna Jade:
„Eine Umbenennung der Bundeswehrkaserne ist mehr als überfällig, dies kann jedoch nur ein erster Schritt sein. Die rechte Gedenkpolitik in Bad Reichenhall stinkt seit Jahrzehnten zum Himmel. Egal ob das ungestörte jährliche SS-Gedenken der NPD am Kugelbach oder die geschichtsrevisionistische Kretagedenkfeier des Kamaradenkreises, eine solche Gedenkpolitik ist nicht tolerierbar. Bad Reichenhall muss endlich entnazifiziert werden“
Nachdem der Nazigeneral Konrad auch für das Bundesverteidigungsministerium untragbar geworden ist, sieht das RABATZ-Bündnis nun auch Bad Reichenhalls Bürgermeister Herbert Lackner (CSU) in der Pflicht. Er solle sich von dem von General Konrad gegründeten Kameradenkreis der Gebirgstruppe distanzieren, so Jade. Dieser von Kritiker_innen als "Selbsthilfegruppe von Kriegsverbrechern" bezeichnete Kameradenkreis organisiert jährlich im Mai in Bad Reichenhall eine sogenannte „Kreta Gedenkfeier“. Dazu Anna Jade wörtlich: „Es ist ein Skandal, dass ein demokratischer Bürgermeister bei einer solch geschichtsrevisionistischen Gedenkfeier, bei der die Täter_innen zu Opfern und Held_innen verklärt werden, teilnimmt“.
Das RABATZ-Bündnis, dem mehrere bayerische und österreichische Gruppen angehören, kritisiert seit längerem die rechte, militaristische Traditionspflege in dem Kurort. Gegen die geplante „Kreta Gedenkfeier“ findet am 19. Mai 2012 in Bad Reichenhall eine Demonstration unter dem Motto "Wo die Zeit Urlaub macht. Für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls" statt. Diese beginnt um 14:30 Uhr am Bahnhof.






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