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"Bedauerliches Missverständnis"
Das Amtsgericht München erklärte die Festnahme des Künstlers Wolfram Kastner nach einer Kunstaktion gegen die Verherrlichung von Kriegsverbrechern in Mittenwald 2009 als "objektiv rechtswidrig".
Die Festnahme des Künstlers Wolfram P. Kastner am 15. Mai 2009 durch die Polizei und den Weilheimer "Staatsschutz" nach einer Kunstaktion gegen die Verherrlichung von Kriegsverbrechern in Mittenwald waren "objektiv rechtswidrig", wie das Amtsgericht München jetzt feststellte.
Angeblich habe es sich um ein "Missverständnis" gehandelt, das "angesichts der erheblichen Konsequenzen sehr bedauerlich" sei, so das Gericht. Nun wird der Anwalt des Künstlers eine Schadensersatzklage gegen die rechtswidrig handelnden "StaatsSchützer" einreichen.
Am 15. Mai 2009 hatte Kastner zusammen mit der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG/VK) gegen Wehrmachtsglorifizierung und das Jahrestreffen der Gebirgsjäger protestiert, das alljährlich auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald zelebriert wird. Dafür versperrten sie eine im Zentrum der Stadt Mittenwald gelegene Kapelle, in der "Gefallenen"-Anzeigen mit Hakenkreuzen ausgestellt sind, kruzzeitig mit einem beschrifteten Tuch. Zwei geschminkte Soldaten im Flecktarnmuster stellten mit Bildern von ermordeten Zivilisten und einem Transparent klar: "Soldaten sind Mörder, keine Helden!" Kein Drama also.
"Mittenwaldcops"
90 Minuten nach dem Fototermin jedoch verhafteten vier Polizeibeamte die Künstler und einen Fotografen beim Mittagessen und sperrten sie "drei Stunden lang in eiskalte verdreckte Zellen im Keller", so Wolfram Kastner. Zwei der Verhafteten seien gezwungen worden, sich nackt auszuziehen.
Erst nach vier Stunden wurden die Verhafteten nach Intervention ihres Anwalts freigelassen. Mindestens acht Staatsbeamte waren an dieser Polizeiaktion beteiligt. Die benutzte Verkleidung bliib beschlagnahmt.
Der völlig überzogene Übergriff der Polizei wurde offenbar von einem Polizeioberhauptkommissar des "Kommissariats Staatsschutz" in Weilheim und der Staatsanwaltschaft angeordnet. Diese, so Kastner "haben zwar nichts gegen die Präsentation von Hakenkreuzen in Mittenwald unternommen, meinten aber wohl, sie müssen den Staat vor der Gefahr einer harmlosen Kunstaktion schützen."
Zu den in Mittenwald mit Hakenkreuzen Geehrten gehört auch Oberstleutnant Josef Salminger, dessen "Heldentod" gerühmt wird. Salminger hat sich selbst als Führer eines "Hitler'schen Regiments" bezeichnet. Unter seinem Kommando ermordeten Gebirgstruppen am 16. August 1943 im griechischen Kommeno 317 Menschen. In den Wochen davor und danach wüteten Salmingers Truppen in Griechenland und Albanien und verübten Dutzende von Massakern an der Zivilbevölkerung.
In Mittenwald protestieren seit Jahren Antifaschist_innen und Kriegsgegner_innen gegen das Treffen des "Kameradenkreises der Gebirgstruppen", der dort jedes Jahr zu Pfingsten der getöteten Wehrmachtsangehörigen gedenkt.










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