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Miteinander freuen
Eine gute Woche vor der kommenden "Sicherheitskonferenz" trafen sich noch einmal Friedensaktivisten zum PR-Termin mit Wolfgang Ischinger
Klaus Mittlmeier freut sich. "Sehr ermutigt" habe sie, die Friedensgruppe "Münchner Sicherheitskonferenz verändern", dass sich Wolfgang Ischinger zum nunmehr fünften Mal zum PR-Gespräch mit ihnen "eingelassen hat“.
Als mehr als das nämlich fällt es schwer, das Treffen zwischen dem neuen Chef der "Sicherheitskonferenz" und den Friedensaktivist_innen zu bezeichnen. Er nehme die "Anregung" zum "stärkeren Nachdenken" (Münchner Merkur) über "zivile Sicherheitsarbeit und Krisenprävention" mit. Solche Worte sind es, aus denen die Friedensbewegten Zuversicht ziehen für ihre Vision einer „Konferenz für Frieden und Gerechtigkeit, geprägt vom Geist der Geschwisterlichkeit“ (unter Leitung Ischingers?).
Wolfgang Ischinger freut sich sicher auch. Im Zuge der zunehmenden Verschränkung militärischer und ziviler "Sicherheitsarchitekturen", der Militarisierung des Zivilen und der Notwendigkeit, militärische mit zivilen Operationen flankieren und damit legitimieren zu müssen, dürften "zivile Sicherheitsarbeit und Krisenprävention" in der Tat häufiger Thema kommender "SiKos" werden. Der auf seine Außenwirkung recht bedachte Ischinger kann auch dieses Treffen als PR-Erfolg verbuchen, der ihm - abgesehen von der "stickigen Luft" im Kolpinghaus - nichts abverlangt.
"Sicherheit miteinander" nennen Mittlmeier und Thomas Mohr den Leitgedanken ihrer "Friedensmission" und formulieren damit vielleicht bereits einen neuen Markennamen für die Konferenz der Politiker_innen, Militärs und Rüstungslobbyist_innen. Thomas Mohr bemängelte schon im vergangenen Jahr das auf der Konferenz vorherrschende "Grundvertrauen in Militär und Rüstung". Der Aktivist war schon 2009 als Beobachter eingeladen und erlebte die Teilnahme an der Konferenz offenbar als gefährlich und kräftezehrend. Und so dankte er im Anschluß jenen, die "mich [...] ermutigt haben und mich bis zur (weiträumigen) Polizeiabsperrung um den Bayr. Hof begleiteten. Allen, die mich durch freundliche Mails, gute Gedanken und Gebete gestärkt, begleitet und
unterstützt haben."
Mohr, der auch diesmal "am Katzentisch" der Konferenz beiwohnen darf, will "bei Gelegenheit" Westerwelle oder zu Guttenberg das Konzept der "Sicherheit miteinander" vorstellen. Die werden sich sicher auch freuen und "die Anregung mitnehmen". Und das wiederum wird Herrn Mohr freuen.
Der Begriff der "Sicherheit miteinander" geht auf ein Zitat des friedensbewegten Psychoanalytikers Horst-Eberhard Richter zurück. Dieser sieht die Ursache all des Unfriedens und Elends im "Gotteskomplex" mit dem er eine "männliche" Abkehr vom Glauben und männliche Allmachstphantasien meint. Eine Ausnahme sah Richter lediglich in Ex-Kanzler Gerhard Schröder. Mit diesem "nachdenklichen Mann" werde es "eine fortschreitende Humanisierung" geben, prophezeite Richter dem "Basta"-Kanzler.
Im vergangenen Jahr war es anlässlich einer Einladung der Gruppe attac an Wolfgang Ischinger zu Rangeleien vor dem "EineWeltHaus" gekommen. Radikale Antimilitarist_innen wollten verhindern, dass dem "Kriegstreiber" Ischinger dort eine Bühne geboten wurde.









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