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Entschlossen, aber nicht geschlossen
Münchner AntifaschistInnen ziehen Bilanz zu den Protesten gegen den Naziaufmarsch gegen A.I.D.A. und das "Kafe Marat" am 13. Juni 2008.
Einige Münchner AntifaschistInnen berichten und bewerten die Aktionen rund um den
Neonaziaufmarsch am 13. Juni in München. Diese - linksradikale - Perspektive auf die Auseinandersetzungen konzentriert sich auf kreative bis militante Aktionsformen der Antifa sowie auf die Mobilisierung zu den Gegenaktionen. Er versteht sich offenbar auch als Beitrag zu einem "stärkerem Austausch [..,] wie und mit welchen Mitteln Naziaufmärsche am besten zu be- bzw. verhindern zu sind".
"Von Parkverbotszonen und Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung"
In der recht kurzen Zeit zwischen Anmeldung der Nazi-Demonstration und dem Aufmarsch hat es offenbar schon Behinderungen der polizeilichen Maßnahmen zur Eindämmung des antifaschistischen Protestes gegeben:
" ... nur wenige Tage nach der Anmeldung der Nazikundgebung stellte das Kreisverwaltungsreferat Parkverbotsschilder in dem gesamten Straßenabschnitt der Thalkirchnerstraße (beginnend beim Kafe Marat) bis hin zur Kapuzinerstraße und ein Stück darüber hinaus ab (dort fand die Nazikundgebung statt). [...] Die Polizei wollte sich vor dem Kafe [Marat] ausreichend Platz schaffen, für ihre üblichen Schikanen und Repressalien."
Da aber einige Leute "offenbar bereits im Vorfeld keine temporären Staatschutzzonen" wollten, sei das Datum auf den Halteverboten mit Markern auf den 18.6. geändert worden. Die Polizei reagierte darauf, in dem die Schilder mit einem Aufkleber (plus Stadtsiegel) überklebt worden seien, auf denen wieder der "13. Juni" stand. Aber auch diese "Überkleber", so die AutorInnen, "verschwanden in der Regel [...] schnell wieder", so dass die Polizei "in der Hochphase mit mehreren Einsatzwägen und einer roten Zivi-Wanne" - bewaffnet mit den 'richtigen' Aufklebern - im Minutentakt um das 'Marat' gefahren sei.
Im Ergebnis dieser Datumsverwirrung seien am 13. Juni dann 18 geparkte Autos aufgebrochen und abgeschleppt worden - vermutlich auf Kosten der Betroffenen. Betroffenen empfehlen die Antifa-AktivistInnen, Widerspruch einzulegen. Kein Gericht der Welt werde "jemanden die Abschleppkosten und die Beschädigungen zahlen lassen, der oder die nachweisen kann, dass zu 80% der Zeit das falsche Datum auf den Schildern stand".
Staatliche Hilfeleistung?
Als Antwort auf die Demoanmeldung der "Autonomen Nationalisten" sei bereits Tage vor dem 13. Juni der Goetheplatz mit antifaschistischen Parolen besprüht worden. Die Stadtverwaltung hat jedoch nach Ansicht der AutorInnen einen bezeichnend raschen Reinigungsaktivismus gezeigt:
"Dass sämtliche Parolen noch vor der Ankunft der Nazis entfernt wurden, verdeutlicht den bereits bekannten Umgang der Stadt München mit den Neonazis. Während z.B. gesprühte Naziparolen im Vorfeld einer Antifademo mit Start Heimeranplatz über Wochen in dem U-Bahnschacht und an Bushaltestellen zu lesen waren,
bis beherzte Antifas diese übermalten, werden in kürzestem zeitlichem Abstand Antifaparolen entfernt oder wie bereits vor drei Jahren
mit Planen (!) verhüllt."
Dass das an der Friedhofsmauer gegenüber der neonazistischen Zwischenkundgebung aufgehängte Transparent mittels Feuerwehreinsatz entfernt wurde, spreche für sich. Dies gelte es auch politisch zu thematisieren.
"Freitag der 13"
Hinsichtlich des Antifaprotestes heben die AutorInnen insbesondere die das geschlossene Überwinden der Polizeiabsperrung, die Auseinanandersetzung am Goetheplatz und die "bisher nicht bekannte Brutalität" der Zivilbeamten hervor (
vgl. Luzi-M). Über die Aktions-Bewertung der "Autonomen Nationalisten" heißt es:

