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Führen und Leiten: Erfahrungen mit Pferden

Weisungsgebundene sind auch nur Pferde oder wie frau von anderen Gehorsam erpresst, ohne dass die...



Aktuelles:

23.07.08 21:00

"Heimlich durchsuchen und Dateien verändern"

Dateien dürfen ab August <br />von der Polizei "verändert<br />und gelöscht werden"

Am 1. August tritt das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz in Kraft


23.07.08 08:02

"Kennen wir uns nicht?"

Wieder hat ein Mitarbeiter des Verfassungsschutz nach Angaben der "Roten Hilfe"...


18.07.08 09:30

Auflagen durchsetzen oder auflösen?

Das Verfahren gegen die SIKO-Versammlungsleitung 2007 wurde trotz...


17.07.08 11:55

CSU-Mehrheit beschließt Versammlungsgesetz

Die Polizei darf künftig Demonstrationen<br />auflösen, wenn die TeilnehmerInnen<br /> oder Teile davon durch <br />einheitliche Kleidung eine <br />bedrohliche Wirkung erzielen. <br />Demonstration gegen das <br />Versammlungsgesetz am 31.5.08

Der Kampf gegen das scharfe bayerische Versammlungsrecht konnte dieses nicht...


13.07.08 17:34

„Wenn (Hochschul-) Wahlen etwas ändern könnten....“

„....dann wären sie längst verboten.“

 

Unabhängig davon, was mensch von...


11.07.08 18:14

Lieber Schwuchtel als Kanake?

v.l.n.re.Mario Simeunovic, Wiebke Müller,<br />Servet Cingör

Bericht über eine Podiumsdiskussion "Strategien der Ausgrenzung und die...


05.07.08 13:27

Entschlossen, aber nicht geschlossen

Autonome Antifa am 13.06.08:<br />"entschlossenes Vorgehen"

Münchner AntifaschistInnen ziehen Bilanz zu den Protesten gegen den...


02.07.08 16:32

„Waldorfpädagogik - eine distanziert kritische Betrachtung“

Totenmaske Steiners

„Lass dich nicht versteinern........“ - unter diesem Motto stand eine...


29.06.08 19:31

Zur Abschaffung der Versammlungsfreiheit in Bayern

Wie vor einer Woche gingen auch diesmal wieder DemokratInnen in Bayern auf die...


28.06.08 18:35

Kundgebungen verhindert - NPD-Wahlantritt offen

Die rechtsextreme Partei hat offenbar Schwierigkeiten, die nötigen Stimmen für...


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04.06.08 20:51

"... nach unbekannt abgereist."

Initiative gedenkt deportierten Sendlinger Jüdinnen und Juden.

"... nach unbekannt verzogen."

"... nach unbekannt verzogen."

Wolfram Kastner präsentiert die Installation

Wolfram Kastner präsentiert die Installation

Seltsames Zusammentreffen:<br />"McDonalds"-Besucher neben der <br />Veranstaltung

Seltsames Zusammentreffen:
"McDonalds"-Besucher neben der
Veranstaltung

Interessierte BewohnerInnen

Interessierte BewohnerInnen

"Klezmer Connection"

"Klezmer Connection"

Ernst Grube (links) und Leo Brux

Ernst Grube (links) und Leo Brux

Seit gestern stehen vor vier Häusern in München Sendling mehrere weiße Koffer. "Dora und Max Abeles. Lindenschmidtstr. 49/II. ermordet in Treblinka" ist auf auf einem den Zettel am Henkel zu lesen. Auf den Aufstellern daneben erfährt mensch mehr über die zu kurzen Lebensgeschichten der ehemaligen BewohnerInnen der vier Häuser. Über die überfüllten Wohnungen, in die Anfang der 40er Jahre immer mehr Jüdinnen und Juden ziehen mussten. Über ihre Deportation, die meist über "Judenheime" - etwa in Milbertshofen - ins litauische Kaunas oder nach Treblinka in die Ermordung führte. "... nach unbekannt abgereist" heißt es in den Archivakten zu den Opfern lapidar.

"... nach unbekannt abgereist" heißt auch die Installation, die Künstler Wolfram Kastner am gestrigen Dienstag zusammen mit der  Initiative "Historische Lernorte Sendling" eröffnete. In der Münchner Volkshochschule begann die Eröffnung zunächst mit einer Begrüßung durch den Holocaust-Überlebenden Ernst Grube.

Sendling, so Grube war "sozusagen die Brutstätte der Grubes". Grubes Vater Franz hatte Ende der Dreißiger Jahre seine Malerwerkstatt in der Alramstraße. Sohn Ernst erinnerte sich gut daran, wie er seinem Vater damals half, den Karren mit dem Werkzeug den Sendlinger Berg hoch zu schieben. Er konnte dies tun, "weil ich als jüdisches kind nicht zur Schule gehen durfte", so Grube vor gut 40 ZuhörerInnen. Auch an seinen damaligen Freund Ruben Einstein erinnere er sich, obwohl sie beide 1940 noch sehr jung waren. Der dreijährige Ruben wurde im November 1941 mit dem ersten Transport nach Kaunas deportiert und ermordet.

Grube machte deutlich, warum er in zahlreichen Veranstaltung die Erinnerung an diese und andere Verbrechen wach hält: "Ich wehre mich. Ich wehre mich gegen eine Entwicklung, in der durch viele Kräfte diese Zeit beschönigt wird." Und er wies darauf hin, dass heute Tausende Flüchtlinge auf der Flucht vor ihrem Elend im Meer versinken. Dass heute wieder Neonazis durch die Straßen marschieren können - "zum Teil mit Billigung des Staates". Daher sei das Gedenken wie dies in Sendling notwendig.

Wolfram Kastner präsentierte dann kurz das Erinnerungsprojekt. Im Stadtarchiv hatten er und die Initiative "Historische Lernorte in Sendling" nach Sendlinger Jüdinnen und Juden geforscht, die aus dem Stadtviertel deportiert worden waren. Zwanzig solche Adressen haben sie gefunden, nicht mitgerechnet jene, aus denen jüdische BürgerInnen ins Exil gehen mussten. Meist mussten die Menschen ihre Wohnungen, ihre Läden und ihren Hausrat "arisieren" lassen. "Ich möchte nicht wissen, wie solche Sachen heute noch in irgendwelchen Wohnungen stehen, die auch damals 'unbekannt abgewandert' sind", so der Aktionskünstler.

An vier der Häuser hat Kaster exemplarisch weiße Koffer zur Erinnerung aufgestellt. Sorgen, dass die Installation schon bald beschädigt oder entfernt wird, hat Kastner kaum: "Dann ist das so. Das ist auch ein Dialog, eine Untersuchung der Wahrnehmung." Die Reaktionen seien Teil der Arbeit und würden dokumentiert.

Nach der Einführung ging es zunächst zum Harras 12. Dort, vor den abgestellten Koffern spielte zunächst - zur Verwunderung der überwiegend jüngeren "Mc Donalds"-BesucherInnen - die "Klezmer Connection" auf. Dann wurden die kurzen biographischen Daten und Lebensgeschichten der Familie Hecht und von Berta Jordan verlesen, die bis 1941 am Harras lebten.

Im Anschluß ging es in einem Abendspaziergang zur Lindenschmidtstraße 49. Hier gesellten sich auch einige BewohnerInnen zu der Gedenkveranstaltung, um sich über die Geschichter ihrer "VorgängerInnen", die Familie Abeles zu informieren.

Über die Oberländerstr. 24 ging es schließlich zur kleinen Kyreinstraße, aus der, so Initiativensprecher Leo Brux, die meisten Jüdinnen und Juden - mehr als 20 Menschen - deportiert worden waren. Auch der kleine Ruben Einstein hatte hier bis zu seiner Abschiebung in den Tod gelebt. Die heutigen BewohnerInnen der Kyreinstraße hatten einige Stühle für die ZuhörerInnen auf den Gehsteig gestellt und zeigten sich sehr interessiert an der Geschichte "ihres" Hauses. Mit dem "Dachau-Lied" von KZ-Häftling Jura Soyfer verabschiedete die Klezmer Connection die BesucherInnen in den Abend.