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"Krieg ist geil"
Etwa 250 DemonstrantInnen jubelten am Freitag über die Sicherheitskonferenz und bildeten so den Auftakt des Demowochendendes.
Ob die vielen PassantInnen, Geschäftsleute und Einkaufenden das Satirische an der - auch innerhalb des "Aktionsbündnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz" nicht unumstrittenen "Jubeldemo"verstanden haben, ist fraglich. Natürlich sind "Krieg ist geil"-Rufe nur schwer ernst zu nehmen; streckenweise wirkte der Aufzug des "White Block" mit den "Alerta Capitalista"-Parolen jedoch eher wie eine Privatveranstaltung, der es nicht unbedingt um die Vermittlung einer ironischen Botschaft geht. Rein optisch aber machten der "White Block", die Ommas und Clowns durchaus was her.
Immerhin spielte die Polizei mit. Der Bitte der DemonstrantInnen um "mehr Spalier" wurde ebenso entsprochen wie der Aufforderung, mehr ZilivpolizistInnen in die Demo zu schicken. Diese hatten offenbar den "Whit Block" Dresscode nicht mitbekommen und stachen daher noch stärker hervor als sonst. Per Laustsprecher bedankte sich die Demoleitung bei der Polizei, die den friedlichen TeilnehmerInnen zwar nicht über den Wegt traute, die "Por-KapitalistInnen" aber immerhin durch die sonst vor Demos so behütete Sendlinger Straße ziehen ließ.
Am Marienplatz traf der Demozug früher als geplant auf die Antikriegskundgebung des Bündnisses, was bei den Zusehenden zunächt völlige Verwirrung auslöste. Die Kundgebung war mit knapp 500 TeilnehmerInnen eher mäßig besucht und die Musikeinlagen von "Bushfire" ("Wir sind das Volk, wir sind die Macht") vermochten kaum wen vom Hocker zu reißen. Die ganze, relaxede Kundgebung hatte ettwas von einer traditionellen, sonnigen Wiedersehensfeier: teils freundliches Geplänkel zwischen Kundgebungs-Leitung und Polizei, Umarmungen zwischen Polizeichef Schmidbauer und Kollegen aus anderen Bundesländern, Expertentalks zwischen verschiedenen Beweissischerunungsteams, die alljährlichen BR- und Lokalsenderinterviews.
Insgesamt aber sollte das nicht darüber hinweg täuschen, dass die Innenstadt von Polizei belagert ist und diese nicht nur Däumchen dreht. Fünf DemonstrantInnen (und ein Passant, der den "Hitlergruß" zeigte) wurden vorläufig festgenommen, ausserdem wir von einer Hausdurchsuchung eines Wohnmobils berichtet.
Nicht jubelnd, sondern protestierend und wohl größer beginnt heute um 16 Uhr am Marienplatz die Auftaktkundgbung mit anschließender Demo zum Odeonsplatz.
- Links:
Mehr Fotos vom Freitag:
www.luzi-m.org/nachrichten/kriegfrieden/siko080208
Bericht, mehr Fotos und Links bei:
de.indymedia.org/2008/02/207541.shtml
Pressemitteilung der Polizei:



